Nach Lübcke-Attentat: Morddrohungen gegen mehrere deutsche Politiker

Nach Lübcke-Attentat: Morddrohungen gegen mehrere deutsche Politiker

Der Mord an Walter Lübcke gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf. Jetzt hat die Polizei einen dringend tatverdächtigen Mann festgenommen. Stephan E. ist ein polizeibekannter Rechtsextremer. Die aktuelle Entwicklung im News-Ticker von FOCUS Online.

Bundespräsident Steinmeier fordert rasche Aufklärung: “Furchtbar und unerträglich”

Donnerstag, 20. Juni 2019, 05.15 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte eine rasche Aufklärung des Mordes an Lübcke. Das Verbrechen müsse “umfassend und schnellstmöglich aufgeklärt werden”, sagte er am Mittwochabend zum Start des Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Er fügte an: “Auch das entscheidet über Vertrauen in unseren Rechtsstaat und Vertrauen in unsere Demokratie.”

Steinmeier betonte, das “abscheuliche Verbrechen” habe Erschütterung ausgelöst. “Schon der Verdacht, dass in diesem Land, einem Land mit dieser Geschichte, jemand, der für die Demokratie gearbeitet hat, hingerichtet wird durch einen politischen Mord, mutmaßlich begangen von einem überzeugten Rechtsextremisten, und dem einige im Netz dann auch noch Beifall klatschen, das ist alles furchtbar und unerträglich.”

Morddrohungen gegen mehrere deutsche Politiker

21.41 Uhr: Die Kölner Oberbürgermeister Henriette Reker hat eine Morddrohung erhalten. Die Polizei in Köln bestätigte am Mittwochabend entsprechende Informationen von „Bild“, „Express“ und WDR. Die Drohung sei nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang mit dem Verbrechen gebe, könne er nicht sagen. Zuständig sei zentral das Landeskriminalamt Berlin, da neben Reker auch andere Politiker Drohungen erhalten hätten.

Nach Informationen des WDR gibt es innerhalb Deutschlands mehrere Drohungen gegen Politiker, sie sollen sich unter anderem gegen den Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein, richten. Von Landeskriminalamt war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

Sowohl Reker als auch Hollstein waren in den vergangenen Jahren zum Ziel von Attentätern geworden. Reker entging 2015 vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin nur knapp dem Tod, als ihr ein Rechtsradikaler mit einem Messer in den Hals stach. Auch Hollstein wurde im November 2017 von einem Mann mit einem Messer attackiert, er erlitt eine Verletzung am Hals.

Im Video: Was wussten die Behörden? Linke erkundigte sich schon 2015 nach Lübcke-Verdächtigem

 

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