Vergewaltigungsvorwürfe: Schweden nimmt Ermittlungen gegen Assange wieder auf

Vergewaltigungsvorwürfe: Schweden nimmt Ermittlungen gegen Assange wieder auf

Vergewaltigungsvorwürfe
Schweden nimmt Ermittlungen gegen Assange wieder auf

Die schwedische Justiz ermittelt wieder gegen Julian Assange: Dem WikiLeaks-Gründer wird Vergewaltigung vorgeworfen, er hatte von einvernehmlichen Sex gesprochen.


Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks


Matt Dunham/ AP

Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks



Die schwedische Staatsanwaltschaft nimmt ihre Voruntersuchungen zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange wieder auf. Dies gab die Vize-Chefin der Behörde, Eva-Marie Persson, bekannt.

Assanges schwedischer Rechtsbeistand erklärte, sein Mandant werde die Ermittlungen unterstützen, befürchte allerdings, an die USA ausgeliefert zu werden. Dem Sender SVT sagte der Anwalt Per E. Samuelsen, er sei “sehr überrascht” über die Entscheidung, den Fall wieder aufzurollen. Assange sei unschuldig.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte 2010 wegen eines “minderschweren Falls” von Vergewaltigung ein Ermittlungsverfahren gegen Assange eingeleitet. Er sprach hingegen von einem politisch motivierten Verfahren und von einvernehmlichem Sex. Das Verfahren wurde 2017 eingestellt, weil die Ermittler keine Möglichkeit sahen, die Ermittlungen weiter voranzubringen.

Assange hatte sich Ende 2010 der Polizei in Großbritannien gestellt. Er kam unter Auflagen wieder frei und beantragte im Juni 2012 Asyl in der Botschaft von Ecuador in London. Dort blieb er bis zum 11. April. Dann hob die Regierung Ecuadors Assanges diplomatisches Asyl mit der Begründung auf, er habe gegen die Auflagen dafür verstoßen.

Die britische Polizei nahm ihn wegen des Vorwurfs fest, sich der Justiz entzogen zu haben. WikiLeaks bezeichnete dieses Vorgehen als “politisch motiviert”. Später teilte die Polizei mit, dass der 47-Jährige auch im Namen der US-Behörden verhaftet worden sei.

Die Anwältin einer Frau, die dem WikiLeaks-Gründer Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorwirft, hatte beantragt, dass der Fall noch einmal neu aufgerollt wird. Ziel sei es, dass Assange nach Schweden ausgeliefert und strafrechtlich verfolgt werden könne, so die Anwältin Elisabeth Massi Fritz.

Eine zweite Frau hatte Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange erhoben, die Ermittlungen in diesem – von Assange ebenfalls dementierten – Fall wurden 2015 eingestellt.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Manning hatte Wikileaks 2010 – damals noch als Bradley Manning – Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan.

hut/ala/Reuters/dpa

 

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