Vorwurf der sexuellen Nötigung: Handy des Klägers verschwunden – Strafverfahren gegen Kevin Spacey wankt

Vorwurf der sexuellen Nötigung: Handy des Klägers verschwunden – Strafverfahren gegen Kevin Spacey wankt

Vorwurf der sexuellen Nötigung
Handy des Klägers verschwunden – Strafverfahren gegen Kevin Spacey wankt

Weil er einen 18-Jährigen belästigt haben soll, steht Kevin Spacey vor Gericht. Mit seinem Handy hatte das mutmaßliche Opfer den Vorfall gefilmt. Nun ist das Telefon verschwunden, was Anlass zu Spekulationen gibt.


Schauspieler Kevin Spacey bei einer Anhörung Anfang Juni


Steven Senne/AP

Schauspieler Kevin Spacey bei einer Anhörung Anfang Juni



Kevin Spacey soll den damals 18-Jährigen auf der Insel Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts betrunken gemacht und später unsittlich berührt haben: Vor einem Gericht muss sich der Schauspieler wegen sexueller Nötigung verantworten. Doch nun wankt das Strafverfahren.

Das mutmaßliche Opfer machte bei einer Gerichtsanhörung auf Nantucket von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Hintergrund ist das Verschwinden des Handys, mit dem der junge Mann den Vorfall gefilmt hatte.

Der zweifache Oscarpreisträger Spacey soll ihn im Sommer 2016 auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Der junge Mann arbeitete als Aushilfskellner in einem Restaurant auf der Urlaubsinsel. Der 59-jährige Hollywoodstar (“House of Cards”) bestreitet die Vorwürfe.

Bei dem Gerichtstermin räumten der Mann und seine Eltern ein, dass das Handy des jungen Mannes verschwunden sei. Ein Polizist gab an, der Familie das Handy nach Auswertung der Daten zurückgegeben zu haben, aber keine Empfangsbestätigung verlangt zu haben. Die Familie wiederum erklärte, das Handy nicht zurückbekommen zu haben.

Das mutmaßliche Opfer bestritt vor Gericht, Daten von dem Telefon gelöscht zu haben. Auf die Warnung, dass jegliche Manipulation des Handys strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, machte der junge Mann von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Seine Mutter räumte allerdings ein, Fotos von dem Handy gelöscht zu haben, bevor es der Polizei übergeben wurde. Sie begründete dies damit, dass die Fotos ihren Sohn in Verlegenheit hätten bringen können. Sie habe aber keinerlei Daten im Zusammenhang mit Spaceys mutmaßlichem Übergriff gelöscht.

Der Anwalt des Schauspielers deutete dagegen an, es seien Kurzbotschaften gelöscht worden, die zeigten, dass der damals 18-Jährige mit der Situation einverstanden gewesen sei. Anwalt Alan Jackson forderte, das Verfahren gegen Spacey umgehend einzustellen.

Staatsanwaltschaft schließt Einstellung des Verfahrens nicht aus

Die Staatsanwaltschaft schloss dies nicht aus, bat das Gericht aber um eine Woche Zeit. Erst vor Kurzem hatte das mutmaßliche Opfer seine parallel zu dem Strafverfahren angestrengte Zivilklage ohne Angabe von Gründen zurückgezogen.

Die Vorwürfe gegen Spacey waren im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt laut geworden. Im Oktober 2017 hatte der Schauspieler Anthony Rapp Spacey in einem Interview beschuldigt, ihn als 14-Jährigen bei einer Party im Jahr 1986 missbraucht zu haben. Mittlerweile sind mehr als 30 Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigunggegen Spacey öffentlich. In seiner Zeit als künstlerischer Direktor am Londoner Old Vic Theatre etwa soll Spacey Berichten zufolge mindestens 20 Männer belästigt haben. Er begann laut einer Sprecherin im November 2017 eine Therapie.

Die Vorwürfe hatten für Spacey schwerwiegende Folgen: Er fiel in der Branche in Ungnade und erlebte einen dramatischen Karriereabsturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Kultserie “House of Cards”.

sen/AFP

 

Read More